„HundeVerstand“ von John Bradshaw (Kynos 2013)


Eines vorweg: Ich finde das Buch klasse. Ob das an der Bestätigung meines Hundedenkens oder an der trotz wissenschaftlichem Inhalt guten Lesbarkeit liegt – was auch immer – es gefällt mir.
„… denn einen Hund zu haben, bedeutet für mich, einen Begleiter und Kamerad zu haben, und Dominanz und Kameradschaft passen für mich nicht zusammen…“ schreibt John etwa in der Mitte des Buches. Bis dahin hat er überzeugend dargelegt, dass die Hunde und Wölfe von heute die gleichen Vorfahren haben, dass aber die Übertragung von der Verhaltensforschung bei Wölfen (und gerade von in Gefangenschaft lebende und vom Mensch gebildete Rudel) auf die heutige Hundeerziehung geradezu Fehlinterpretationen fördert. Interessant sind einfach die von der Wissenschaft gemachten Erfahrungen von in Freiheit lebenden Wölfen und die Erkenntnis, dass deren Verhalten nicht zu dem Wolfs-Bild passt, dass uns in der Hundeerziehung oft begegnet. Und mir gefällt es einfach zu erkennen, dass der Hund eben nicht das so oft verschriene Lebewesen ist, dessen einziges Ziel es ist, den Menschen zu dominieren – ganz im Gegenteil.

Der Autor beschreibt in weiteren Kapiteln was die Wissenschaft über Hundegefühle, über Intelligenz bei Hunden und deren Lernverhalten weiß. Er erklärt wie Hunde riechen und warum sie schlechter sehen als Menschen. Und ein kleiner Exkurs in die Probleme der Rassehundezucht ist auch enthalten.

HundeverstandMir hat das Lesen Spaß gemacht und der eine oder andere Aha-Effekt war auch enthalten. Natürlich kann man auch dieses Buch kontrovers diskutieren – aber mir gefällt die Vorstellung von einem Hund, der dazu dient, dem Mensch ein Kamerad und Partner zu sein. Und da dies mit scheinbar objektiven wissenschaftlichen Studien/ Tests belegt und für mich sehr schlüssig erklärt wird, bin ich froh dieses Buch gelesen zu haben.
Es passt in mein Trainingsbild mit Milow, dass man einen Hund nicht mit Dominanz erziehen muss, nur weil die Forschung früher so gedacht hat. Hier kommen wir mit Konsequenz doch wesentlich weiter auf dem Weg zum perfekten Partner für uns.

Das Zitat „Richtiges Trainieren ist nicht nur wesentlich für das Wohlergehen der Hunde, sondern auch für den Seelenfrieden ihrer Besitzer“ – benötigt für mich keinen weiteren Kommentar. Und da ich froh bin in unserem täglichen Training mit Menschen zusammen zu treffen, die gewaltfreies Training unterstützen und fördern, freue ich mich jetzt schon auf das nächste Buch von meiner langen „to-read“-Liste.

Dieses tolle Buch erhälst du natürlich auch bei mir im Shop.

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